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Ohrenpflege - was gehört nicht ins Ohr?

Nahaufnahme eines menschlichen Ohrs mit sichtbarer Haut- und Haarstruktur.

© Lustre Art Group AdobeStock 663886164

Wie oft denkt man daran, sich die Ohren zu reinigen? Während tägliche Routinen wie das Waschen des Gesichts oder das Zähneputzen eine Selbstverständlichkeit sind, rückt die Ohrenpflege oft in den Hintergrund. Wenn Sie Ihre Ohren reinigen wollen, müssen Sie es richtig machen, damit Sie die Teile Ihres Ohrs nicht beschädigen, die für Ihr Hörvermögen unerlässlich sind. Was gehört nicht ins Ohr und was kann schiefgehen, wenn Sie die falschen Hilfsmittel verwenden?

Warum fühlt sich das Reinigen der Ohren so gut an?

Das Reinigen der Ohren kann sich aufgrund der Empfindlichkeit des Gehörgangs seltsam befriedigend anfühlen. Dieser Bereich ist mit empfindlichen Nervenenden ausgekleidet, die auf Berührungen reagieren und ein angenehmes Gefühl erzeugen. Dennoch können Wattestäbchen und andere Hilfsmittel Ihren Ohren schaden. Dem natürlichen Selbstreinigungsprozess Ihres Körpers zu vertrauen, ist der sicherste Weg, die Gesundheit Ihrer Ohren zu erhalten und unnötige Risiken zu vermeiden.

Was Sie bei der Ohrreinigung vermeiden sollten

Es kann schwer sein, dem Drang zu widerstehen, das Ohrenschmalz zu entfernen, aber Sie sollten keine beliebigen Gegenstände zur Ohrreinigung verwenden. Die Verwendung ungeeigneter Hilfsmittel kann Ihr Mittel- und Innenohr schädigen und zu Hörverlust führen. Die folgenden "Hilfsmittel" zur Ohrenpflege sollten Sie auf jeden Fall vermeiden.

Wattestäbchen

Das Einführen von Wattestäbchen in den Gehörgang zur Ohrreinigung kann mehr schaden als nützen. Anstatt Ohrenschmalz zu entfernen, können die Stäbchen das Ohrenschmalz versehentlich tiefer in den Gehörgang drücken, was zu einer Verstopfung oder einem Ohrenschmalzpfropf führen kann. Diese Verstopfung kann verschiedene Symptome verursachen, wie zum Beispiel:

  • Ohrenschmerzen,
  • Hörverlust,
  • Tinnitus (Ohrensausen) oder 
  • Schwindel

Ohrenschmalz spielt eine wichtige Rolle beim Schutz unserer Ohren. Es hilft dabei, Schmutz, Staub und andere Fremdkörper einzufangen, und verhindert, dass diese die empfindlichen Strukturen des Gehörgangs erreichen. Als natürlicher Selbstreinigungsprozess wandert das Ohrenschmalz langsam vom Innenohr zum Außenohr, wo es schließlich austrocknet und herausfällt. Daher ist es nicht notwendig, die Ohren übermäßig zu reinigen oder zu versuchen, Ohrenschmalz selbst zu entfernen.

Haarklammern

Haarklammern mögen dünn genug erscheinen, um in Ihre Ohren zu passen, aber sie sind nicht dazu gedacht, als Reinigungsgeräte verwendet zu werden. Verwenden Sie Ihre Haarklammern lieber dazu, Ihre Frisur in Form zu halten. Es besteht ein hohes Verletzungsrisiko.

Finger

Wenn es darum geht, die Ohren sauber zu halten, ist es wichtig, die Hände davon fernzuhalten. Wenn Sie mit den Fingern in den Ohren kratzen oder überschüssiges Ohrenschmalz herauskratzen, kann das Schmalz dadurch weiter hineingedrückt werden und zu Hörproblemen führen.

Ohrkerzen

Das Ohrkerzenverfahren schadet Ihren Ohren, da es mehrere potenzielle Gefahren mit sich bringt. Aufgrund der dabei entstehenden Hitze und Flammen besteht die Gefahr von Verbrennungen und Verletzungen am Außenohr, im Gesicht und an den Haaren. Das geschmolzene Wachs und Rückstände der Kerze können in den Gehörgang gelangen und möglicherweise zu einer Verstopfung oder einem Pfropfen führen. Dies kann wiederum zu Beschwerden, Hörverlust und sogar zu Schäden am Trommelfell führen. Es ist nicht erwiesen, dass der durch das Ohrkerzenverfahren erzeugte Sog Ohrenschmalz oder andere Rückstände effektiv aus dem Gehörgang entfernt.
Suchen Sie bei starken Ansammlungen von Ohrenschmalz einen Arzt auf.
Sie beeinträchtigen die Selbstreinigungsfähigkeit des Ohrs. Die Verstopfung kann Folgendes verursachen:

  1. Ein Völlegefühl im Ohr.
  2. Verminderte Hörfähigkeit.
  3. Summen oder Klingeln im Ohr.

Ohren sind selbstreinigende Organe

Ja, Sie haben richtig gelesen. Ihre Ohren reinigen sich tatsächlich von selbst.
Das Ohr produziert auf natürliche Weise Ohrenschmalz, das den Gehörgang schützt, indem es als Barriere gegen Schmutz, Bakterien und andere schädliche Einflüsse wirkt. Der Gehörgang ist mit einer dünnen Schicht Ohrenschmalz ausgekleidet, die dazu beiträgt, das Ohr feucht zu halten und Infektionen vorzubeugen. Im Gehörgang findet eine Hautabschilferung statt. Zusammen mit den natürlichen Bewegungen Ihres Kiefers wird das Ohrenschmalz dadurch aus dem Gehörgang nach außen gedrückt. Das ist der Grund, warum Sie manchmal Ohrenschmalz in Ihrem Ohr sehen.

Sollten Sie Ihre Ohren also überhaupt reinigen?

Da Ihre Ohren sich selbst reinigen, fragen Sie sich vielleicht, ob Sie sie überhaupt reinigen müssen. Die kurze Antwort: normalerweise nicht.
Es ist normal, dass Ohrenschmalz auf natürliche Weise aus den Ohren fällt. Manchmal sehen Sie vielleicht Ohrenschmalz in Ihren Ohren, das aus dem Gehörgang herausgedrückt wurde. In diesen Fällen können Sie die Ohröffnung mit einem feuchten Tuch und Ihrem Finger vorsichtig reinigen.

Tipps für den langfristigen Schutz Ihres Gehörs

Wenn Sie jetzt vorbeugende Maßnahmen ergreifen, können Sie Ihr Gehör für viele Jahre schützen. So pflegen Sie Ihre Ohren im Alltag.

Schützen Sie Ihre Ohren vor lauten Geräuschen

Der Aufenthalt in lauten Umgebungen (z. B. auf Konzerten oder Baustellen) sowie die häufige Nutzung von Kopfhörern können Ihr Gehör mit der Zeit schädigen.

  • Tragen Sie in lauten Umgebungen Ohrstöpsel.

  • Beachten Sie bei Kopfhörern die 60/60-Regel: Hören Sie bei einer Lautstärke von maximal 60 % und nicht länger als 60 Minuten am Stück.

  • Machen Sie in lauten Umgebungen regelmäßig Pausen.

Ignorieren Sie Ohrenschmerzen oder Infektionen nicht

Wenn Ihre Ohren schmerzen, Sie ungewöhnlichen Ausfluss haben oder Veränderungen Ihres Hörvermögens feststellen, zögern Sie nicht, Ihren Hausarzt oder einen Hörspezialisten aufzusuchen. Unbehandelte Infektionen können Ihr Gehör schädigen und erfordern möglicherweise eine medizinische Behandlung.

Achten Sie auf Ihre allgemeine Gesundheit

Die Gesundheit Ihrer Ohren hängt mit Ihrem allgemeinen Wohlbefinden zusammen. Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und sogar Stress können Ihr Gehör beeinträchtigen. 

  • Ernähren Sie sich gesund.

  • Bleiben Sie aktiv.

  • Vermeiden Sie das Rauchen. All dies kann dazu beitragen, die gute Durchblutung der Ohren aufrechtzuerhalten und das Risiko eines Hörverlusts zu verringern.

Manchmal ist bei der Ohrenpflege besondere Vorsicht geboten

Träger von Hörgeräten leiden häufig unter einer verstärkten Ohrenschmalzbildung. Schwimmer sind aufgrund von eingeschlossener Feuchtigkeit einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt. Ältere Menschen haben möglicherweise trockeneres, härteres Ohrenschmalz, das sich auf natürlichem Wege nur schwer entfernen lässt. Kinder haben kleinere, empfindlichere Gehörgänge, die eine sanftere Behandlung erfordern.

HNO-Ärzte verfügen über die Instrumente und das Fachwissen, um hartnäckiges Ohrenschmalz sicher zu entfernen und zugrunde liegende Erkrankungen zu diagnostizieren. Wenn Sie anhaltende Symptome haben oder einfach nur Gewissheit über Ihre Ohrgesundheit benötigen, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Haben Sie nach dem Baden Wasser im Ohr oder suchen Sie nach einem sanften, pflegenden Ohrenspray zur Unterstützung der Selbstreinigung? Kommen Sie bei uns in der Apotheke vorbei! Wir beraten Sie gerne zu sicheren Alternativen zum Wattestäbchen und passendem Gehörschutz für Alltag und Beruf.

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